Ina Bernds und Nico Edmann schützen als Ranger Naturgebiete im Ruhrgebiet – mit Wissen, Fingerspitzengefühl und dem Wunsch nach mehr Achtsamkeit im Wald.
Wenn Ina Bernds und Nico Edmann im Ruhrgebiet unterwegs sind, geht es nicht nur um Leinenpflicht oder Grillverbote. Die beiden Ranger vom RVR Ruhr Grün sind Ansprechpartner, Vermittler, Naturkenner – und manchmal auch die Erinnerung daran, dass ein Naturschutzgebiet kein Freizeitpark ist.
„Zuerst möchte man natürlich das freundliche Gesicht sein, das nicht gleich mit dem erhobenen Zeigefinger kommt“, beschreibt Bernds ihren Ansatz. Das Berufsbild des Rangers hat sich stark gewandelt. Ursprünglich seien Ranger vor allem Schutzgebietsbetreuer gewesen, erklärt Edmann – „Hüter eines Bereiches“, angelehnt an amerikanische Vorbilder. Heute gehe es immer stärker um Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und darum, Menschen wieder sensibler für ihre Umgebung zu machen.
Der Weg in den Beruf führt über eine grüne Ausbildung: Bernds ist gelernte Garten- und Landschaftsbauerin, Edmann kam über ein Freiwilliges Ökologisches Jahr und eine Forstlehre dazu. Beide befinden sich in der Endphase ihrer rund zehnmonatigen Zusatzqualifikation für geprüfte Natur- und Landschaftspflege.
Ihr Alltag ist abwechslungsreich: Zu Fuß oder mit dem Rad kontrollieren sie Schutzgebiete, sprechen Besucher an, bauen Nistkästen, schneiden Obstbäume oder reparieren Zäune. Dazu kommen Führungen, Waldjugendspiele und Angebote für Gruppen vom Kindergarten bis zu Menschen mit Einschränkungen.
Am Hof Punsmann in Dorsten entsteht dafür gerade ein neuer Stützpunkt, in den der RVR rund zwei Millionen Euro investiert. Was die Ranger sich von Waldbesuchern wünschen? Weniger Jagd nach dem nächsten Fotospot, mehr Gegenwart. „Handy in die Tasche“, sagt Bernds, „und wirklich in der Natur sein.“