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Impulse für die Region
Fotos: Sparkasse Vest Recklinghausen

Impulse für die Region

Lesedauer: ca. 3 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Das 45. Vestische Wirtschaftsgespräch der Sparkasse Vest Recklinghausen setzt Impulse für die Region.

Das Vestische Wirtschaftsgespräch der Sparkasse Vest Recklinghausen feierte am Donnerstagabend sein 45. Jubiläum. Über 400 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sowie zahlreiche Geschäftsleute folgten der Einladung in die Zentrale am Herzogswall. Welches Mindset braucht die Wirtschaft im stetigen Wandel? Unter dieser Fragestellung stand die Traditionsveranstaltung, die sich seit über fünf Jahrzehnten als zentraler Impulsgeber und Netzwerktreffpunkt im Vest etabliert hat.

 In seiner Eröffnungsrede betonte Dr. Michael Schulte, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vest Recklinghausen, die historische Transformationskraft des Kreises: „Das Vest Recklinghausen hat den Strukturwandel in seiner DNA. Wir wissen, was es bedeutet, wenn Gewohntes wegbricht.“ Angesichts von Digitalisierung, geopolitischen Unsicherheiten und Fachkräftemangel reiche es nicht aus, auf dem Status quo zu beharren. „Echte Sicherheit entsteht nicht durch Festhalten, sondern durch Handlungsfähigkeit“, so Dr. Schulte. Als verlässlicher Partner der regionalen Betriebe sieht sich die Sparkasse in der Verantwortung, Raum für Orientierung und neue Perspektiven zu schaffen.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Keynote des Wirtschaftspsychologen, Buchautors und Dozenten Dr. Carl Naughton. Mit einer Mischung aus fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen und mitreißendem Humor nahm er das Publikum mit auf eine Reise in die Psychologie der Veränderung.

Ausgehend von seinem eigenen Werdegang schlug Naughton den Bogen von seiner Geburtsstadt Warrington zur Industrieregion Recklinghausen: Wenn das, was eine Region oder ein Unternehmen groß gemacht hat, nicht mehr das ist, was sie künftig weiterbringt – wie gelingt dann der Aufbruch?

Naughton stellte klar, dass „Zukunftsmut“ keinesfalls mit unkritischem Zukunftsoptimismus oder gar Zukunftsstress gleichzusetzen sei. „Nur weil Du nicht tanzen kannst, heißt das nicht, dass Du nicht tanzen solltest“, brachte der Referent die Haltung auf den Punkt, Unsicherheiten pragmatisch zu begegnen.

Menschen mit einer ausgeprägten Dosis Zukunftsmut wiesen laut Studien ein um 59 Prozent gesteigertes Wohlbefinden auf und täten sich deutlich leichter, neue berufliche Rollen und Herausforderungen einzunehmen. Die Herausforderung vieler Organisationen oder Firmen: Messungen zeigen, dass sich aktuell nur rund 50 Prozent der Menschen bei diesen Fähigkeiten gut aufgestellt sehen. Wer Dinge außerhalb der eigenen Kontrolle nicht akzeptieren könne, lande schnell im Dauerstress.

Praktische Werkzeuge für mehr Zukunftsmut
Wissenschaftlich fußt Zukunftsmut auf den vier Säulen des psychologischen Kapitals: Zuversicht, Zutrauen, Robustheit und Optimismus. Letzterer sei keineswegs reine Glückssache: Denn lediglich rund 25 Prozent unseres Optimismus sind genetisch determiniert – die verbleibenden 75 Prozent lassen sich erlernen und trainieren.

Um im Unternehmensalltag aus der Sorge ins konkrete Tun zu kommen, skizzierte Dr. Naughton griffige Impulse:

  • Das „Zukunfts-Ich“ motivieren:
    Ein wirksamer psychologischer Kniff sei es, sich ein Bild des eigenen Zukunfts-Ichs ins Arbeitszimmer zu hängen – inklusive eines Dankeschöns für heute getroffene Entscheidungen. Ein schmunzelnder Seitenblick auf die Altersvorsorge 2027 verdeutlichte dabei: Wer vorausschauend handelt, entlastet sein zukünftiges Ich spürbar.
  • Akzeptieren, Anpacken, Abstand erzeugen:
    In einer interaktiven Übung bezog Naughton den Saal direkt ein. Das Publikum entschied per Zuruf, welche Herausforderungen schlicht akzeptiert, aktiv angepackt oder mit Abstand betrachtet werden müssen – denn erst im Moment der Entscheidung wird Energie für den nächsten Schritt frei.
  • Bewusste Selbstregulation:
    Wenn der Druck steigt, helfe bewusste Emotionskontrolle: Durchatmen, Gefühle benennen und gezielt einen neuen Blickwinkel einnehmen – aber dabei keinen Schritt überspringen.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die rund 400 Gäste beim Netzwerken die Gelegenheit, die gewonnenen Impulse aufzugreifen und sich intensiv über die wirtschaftliche Zukunft der Region auszutauschen. „Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt, dass Zuversicht kein Zufall ist, sondern eine Entscheidung, die wir täglich in unseren Betrieben treffen können“, resümierte Dr. Schulte zum Ausklang der Jubiläumsveranstaltung.

Auf dem Foto von links nach rechts:
Dr. Michael Schulte (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vest Recklinghausen), Christiane Timmer (stellv. Mitglied des Vorstands), Dr. Carl Naughton, Stefanie Eberhardt (Vorstandsmitglied), Dr. Peter Lucke (stellv. Vorstandsvorsitzender), Christian Zumschilde (stellv. Mitglied des Vorstands).

Info
Sparkasse Vest Recklinghausen

Königswall 33
45657 Recklinghausen

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